Pfarrei

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Diakon:
Klaus Otten
Altheiderhof
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Organist:
Peter Ernzerhof
Im Gartenfeld 8
54636 Dahlem
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Die Filialkirche St. Lambertus Dahlem

Das Prümer Urbar von 893 nennt erstmals den Ort Dahlem, von dem eine romanisch-frühgotische Kirche 1249 urkundlich erwähnt ist. Von diesem Bau stammen die beiden ältesten Teile der heutigen Dahlemer Kirche, die ein Bau aus verschiedenen Zeiten und Stilen ist: Das Turm-Untergeschoss und die beiden Mauern des Schiffs auf der Innenseite des heutigen Chors.

Die beiden Turm-Obergeschosse und der Chor (heutige Sakristei) stammen aus spärgotischer Zeit. Die von übereck stehenden Strebepfeilern flankierte Stirnwand des Chores belichtet ein grosses, spitzbogig schliessendes Fenster unter einem eingelassenen Sandsteinkreuz. Die Seitenwände werden von Rundbogenfenstern der Art des höheren, sich westlich anschliessenden Schiffs gegliedert.

Dem mittelalterlichen Schiff fügte man 1720 nach Westen ein drittes Joch hinzu, das aber beim modernen Erweiterungsbau von 1966 durch den damaligen Architekten H. Greimer wieder abgebrochen wurde. Das Westportal mit dem Himmeroder Wappen und der Jahreszahl 1720 im rundbogig schliessenden Tympanon wurde an der Nordseite des Chors versetzt. Die malerische Baugruppe liegt am westlichen Dorfrand auf dem ehemals erhöht gelegenen Friedhof, der 19xx erweitert wurde.

Der niedrige Turm steht über Eck auf der Südseite zwischen Schiff und Chor, dessen gerade schliessende Ostwand ebenfalls über Eck gestellte Strebepfeiler zeigt. Der über Konsolen kreuzgerippte Chor zeigt das Wappen des Trierer Erzbischofs Jakob von Baden auf seinem Schlussstein. Turm, Chor und Schiff sind verputzt, das Mauerwerk des vorgelegten, querrechteckigen Erweiterungsbaues besteht aus Kalkstein und ist teilweise verschiefert. Neben dem schon erwähnten Portal von 1720, das in seinem Bogenfeld die beiden Ringe des Himmeroder Abteiwappens zeigt, ist aussen in der Chornordwand ein römisches Relief von einem Grabmal eingemauert. Es zeigt eine Dame, der zwei Diener bei der Morgentoilette assistieren.

Der frühere Chor ist nach Vermauerung des Triumphbogens als Sakristei heute nicht zugänglich. Das ehemalige Schiff - heute Chor - wurde bei seiner Verlängerung nach Westen 1720 mit einem Stichkappengewölbe auf Pilastern mit hohen Sockeln versehen. In ihm steht ein barocker Säulenaltar der ersten Hälfte des 18. Jh., der in seiner muschelartigen Mittelnische über dem Tabernakel eine Figur des Kirchenpatrons (hl. Lambertus) trägt. Die Rückseite des Altars trägt dei Inschrift BERNARDUS & PETER DANIEL QUINN VON KILBURG 1837 DEN 24. AUG. RENOVIERT und daneben einen Hinweis auf die Renovierung 1975. Aus Stein sind eine Madonna mit segnendem Kind und ein Johannes Evangelist, die beide Anfang des 17. Jh. geschaffen wurden.

Das Satteldach des grossen, quadratischen und nüchtern wirkenden Erweiterungsbaus ist innen mit Holz verkleidet. Diesen Raum beleuchten grosse Fensteröffnungen in Art antiker Thermenfenster, die nach den Entwürfen von E. Franzen verglast sind.

Auf dem alten Teil des Kirchhofs befinden sich ausser einem Stein, der mit dem Himmeroder Wappen bzw. den Buchstaben PC (Parochia Cistercienstis) versehen sind, noch drei Wegekreuze aus rotem Sandstein. Unter dem Chorfenster steht ein

Das Dahlemer Lambertuslied

Ihre Kirmes zu Ehren des heiligen Lambertus feiern die Dahlemer jedes zweite Septemberwochenende im Jahr. Im Kirmeshochamt darf dann das "Dahlemer Lambertuslied", in Gedenken an den Schutzpatron Dahlems, nicht fehlen:

Lambertus hoher Schutzpatron,
wir knien vor Deinem Bilde,
wie unsre Ahnen früher schon
und schaun dein Antlitz milde.
Du schützest ein Jahrtausend gar
das Dorf im Tale vor Gefahr,
die Menschen und Gefilde.

Lambertus, Bischof, Gottesmann,
in unruhvollen Tagen
hast Du, eh noch das Reich begann,
des Amtes Last getragen.
Steh Du uns bei zu dieser Stund,
dass Christi Reich mit Herz und Mund
wir dienen ohne Zagen.

Lambertus, Glaubensbote froh,
die Ruh hast Du gemieden,
der Wahrheit Wort verkündest Du,
Brabant des Herren Frieden.
Lehr uns der Wahrheit haben acht,
des Herrn Wort hören mit Bedacht,
von Irrtum stets geschieden.

Lambertus, Glaubenszeuge kühn,
Du hast auch nicht geschwiegen
vor Königswillkür und geziehn
die Mächtigen der Lügen.
Und hat der Dolch Dich auch entseelt,
Du warst von Christus auserwählt,
durch Blut und Tod zu siegen.

Lambertus, treuer Schutzpatron,
wir knien vor Deinem Bilde;
von Deinem himmelischen Thron
Dich gnädig neig und milde.
Lehr treu uns stets zu Christus stehn,
durch Kampf und Lieb entgegen gehn
dem ewigen Gefilde.

 

Kapellen

Kapelle an der Brunnenstrasse

Am nördlichen Ortsrand steht am Ende der Brunnenstraße eine kleine, fensterlose, dreiseitig schliessende Kapelle. Ihren Giebel krönt ein Sandsteinkreuz, in dessen Fuss sie ins Jahr 1923 datiert ist. Der rundbogige Eingang öffnet das flachgedeckte Innere, in dem eine Figur der Madonna von Lourdes aufgestellt ist.

Kapelle Im Gartenfeld 10

1912 wurde die Kapelle aus Kalksteinquadern mit Ziergliedern aus rotem Sandstein errichtet. Ein Sockelgesims und das Traufgesims auf Spitzbogenfries gliedern sie horizontal, die profilierten, spitzbogigen Gewände der beiden Fenster, die Tür und Eckbetonungen auf der Vorderseite in der Vertikalen. Ein Blendvierpass und abgetreppte, kleine Blendspitzbögen an den Schrägen schmücken den Giebel, der das Erbauungsdatum 1912 zeigt und von einem Kreuz bekrönt wird. Ein zweiflügeliges, neugotisch dekoriertes Türblatt führt in den kreuzgratgewölbten, einjochigen Raum, der in einem dreiseitigen Chor endet. Dieser ist mit reicher farbiger Ausmalung, dem Steinaltar und dem Zierfliesenbelag, die noch aus der Erbauungszeit stammen, geschmückt.
 

Wegkreuze

Kreuz beim Ortsausgang Trimport

Geht man in Dahlem über die Straße "Am Kreuzberg" in Richtung Ortsausgang Trimport, dann sieht man links in einer Wiese ein Sandsteinkreuz stehen. Der Distrikt heisst "Auf der Aubach".

Die Schriftplatte des Kreuzes steckt in der Erde, ein Sockelstein ist nicht mehr vorhanden. Das Abschlusskreuz wurde aus der Seinsteinplatte ausgearbeitet, und stellt somit ein Werkstück dar.

Die auffallend vielen Dübellöcher auf den Kreuzarmen stammen von verschiedenen Kruzifixen, von denen heute allerdings keines mehr vorhanden ist.
Folgende Inschrift gibt einen Hinweis auf die Stifter des Flurdenkmals:

Dieses hat errichten lasen
PETER THEIS
und
EVA MORITZ
V.D. KNAPMUEL
1859

Die Ruine der Knappmühle befindet sich etwa 1 km nordöstlich von Dahlem am Keutelbach. Peter Theis heiratete die Tochter des Müllers Johann Moritz II. Gegen Ende ihres Lebens, schon verwitwet, verkaufte die Müllerin die Knappmühle am 26. Januar 1870 an den Müller Johann Lichter zu Loskyll.

Der Grund der Errichtung des Kreuzes am südwestlichen Ortsrand von Dahlem ist nicht überliefert. Möglicherweise handelt es sich hier um ein Dankeskreuz.

Lambertuskreuz

Im Osten Dahlems befindet sich an der Einmündung zweier Wege in einem nordsüdlich verlaufenden Höhenweg das Lambertuskreuz.

Auf einem Sockel, dessen Inschrift als Stifter PETER WEBER VON DAHLEM und als Jahr der Aufstellung 1883 überliefert, ruht ein spitzbogiger Block mit gotisierendem Blendmasswerk und Muschelnische. Darüber erhebt sich ein Balkenkreuz mit Korpus.

Pestkreuz bei der Dahlemer Pfarrkirche

Ein altes Nischenkreuz steht einige Meter von der nördlichen Wand der Dahlemer Kirche, Es handelt sich hier um das ursprüngliche Lambertuskreuz, das früher östlich von Dahlem an einer Wegeabzweigung stand.

Am 25. Februar 1884 errichtete Peter Weber aus Dahlem ein neues Kreuz im Neorennaissancestil (Rundbögen, Muschelmotive usw.). Offenbar war das alte Flurdenkmal vor 1883 schon stark beschädigt oder zerbrochen. Man hatte es einfach in die Erde vergraben und das neue Kreuz darüber gesetzt.

Nach Aufzeichnungen der Dahlemer Schulchronik hatte man anlässlich der 1200-Jahrfeier der Gemeinde Dahlem die Fragmente des alten Kreuzes wieder ausgegraben und restauriert. Bei dieser Aktion wählte man den heutigen Standort bei der Kirche.

Der Schaft des Kreuzes steckt in einem mittelgrossen, ungleichmässig behauenen Sockelstein und wurde in typisch gotischer Manier gearbeitet, so dass man die Errichtung um das Jahr 1625 datieren kann. Es handelt sich somit um das Älteste Kreuz in der Gemeinde Dahlem. Man kann davon ausgehen, dass es sich um eine Erinnerung an die Pestzeit, die hier von 1621-1623 herrschte, handelt.

In der relativ grossen Nische befindet sich heute eine Bronzeplatte mit einem Muttergottes Motiv. Über dem Nischenkopf liegt ein Ersatzabschlusskreuz aus einem helleren Sandstein. Der Nischenrand, sowie Teile des Schaftes sind stark verwittert und die Kanten des Nischenkopfes sind abgebrochen. Heute steht das alte Kreuz an einem wittungssicheren Platz.

Barockkreuz an der Südseite der Dahlemer Kirche

Dieses Barockkreuz mit Konsole zum Absetzen der Monstranz steht an der Südseite des Dahlemer Kirchenschiffes. Leider fehlt heute das ehemals hohe Abschlusskreuz.
Die Vorderseite des Schaftfusses ist mit einem kleinen Altar bestückt. Der Schaft wurde in typisch barocker Manier gearbeitet: Unten bauchig, nach oben schlank zulaufend und mit einem einfachen Kapitell abschliessend.

Die noch gut zu lesende Inschrift gibt einen Hinweis auf den Stifter des Kreuzes und dessen Herkunft:
IACOb FELTES VON TRIMPORT.

Unmittelbar über dem Kreuz befindet sich heute noch ein grosses Holzkreuz mit Corpus und Schild. Ein einfaches Holzdach schützt beide Kreuze vor Regen und Schnee.

Kreuz an der Strassenecke Neuenweg - Oberst Neuenweg

Dieses kleine Sandsteinkreuz steht nördlich von Dahlem am Neuenweg, der Strasse, die nach Speicher führt, links neben der Strasse "Oberst Neuenweg". Auf dem nicht sichtbaren Sockelstein steht ein Vierkantschaft, der relativ kurz ist. Über dem kleinen Altarvorsprung erkennt man noch die Jahreszahl der Errichtung 1771, welche bei der Renovierung nachträglich eingehauen wurde. Früher war der barock gearbeitete Schaft wesentlich höher.

Auf dem Schaftstumpf ist der Rest des Abschlusskreuzes aufgesetzt. Der Querbalken wurde mit einem plastisch hervortretenden Chistusmonogramm versehen. Darunter die drei Nägel, die nur noch teilweise zu sehen sind. Die Nägel stecken ursprünglich in einem stilisierten Herzen, aber leider ist der verlorengegangene Schaftteil nicht mehr zu rekonstruieren.

Das aufgesetzte Abschlusskreuz ist seht stark beschädigt und hat einen merkwürdigen abgerundeten Ansatz am rechten Querbalken. Die Dübellöcher rühren von dem früher vorhandenen Bronzecorpus her.

Kreuz oberhalb Auwerbrück

Oberhalb Auwerbrück befindet sich im Wald ein laut Sockelinschrift 1875 errichtetes Wegekreuz. Sein blockhafter Schaft gibt beschädigt eine Inschrift wieder, die an die Legende des "Eselsprungs" der drei Jungfrauen über die Kyll erinnert. Der seitlich mit Maßwerkblenden verzierte Sandstein trägt ein neues Abschlusskreuz.
 

Quellen

Die Texte in dieser Site entstammen folgenden Quellen:

Kulturdenkmäler in Rheinland Pfalz / Kreis Bitburg-Prüm, B. Altmann und H. Caspary, Landesamt für Denkmalpflege RLP (1997)
1200 Jahre Dahlem - Festschrift
Die Kirchen und Kapellen des Bitburger Landes, M. Berens unter Mitarbeit von B. Altmann, VG Bitburg Land (1992)
Bitburg Land, VG Bitburg Land / R. Schmitz, Verlag Michael Weyand (1990)
Die Feuerwehren des Kreises Bitburg-Prüm, L. Hilden, W. Druckenmüller u. a., Kreisfeuerwehrverband Bitburg-Prüm (1995)